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Umspannanlage Kirchhörde / Hombruch

29.06.2021

Hier finden Sie den aktuellen Statusbericht, Stand 29.06.2021.

23.06.2021

Sichere Stromversorgung für den Stadtbezirk Hombruch:

Lösung am bestehenden Standort am Batheyweg gefunden

DONETZ wird ein Innovationsareal in Kirchhörde aufbauen

Nach einem umfangreichen Prüfverfahren hat die Dortmunder Netz GmbH (DONETZ) gemeinsam mit der Verwaltung und Politik eine Lösung gefunden, um auch in Zukunft für die Bürger*innen in Dortmund-Hombruch und -Kirchhörde eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten und so auch die Energie- sowie Verkehrswende im Stadtbezirk Hombruch voranzutreiben. Die gute Nachricht für die Bürger*innen vor Ort: Der Standort an der Gotthelfstraße wird nicht weiter berücksichtigt und das Landschaftsschutzgebiet bleibt unangetastet.

Anfang des Jahres war seitens DONETZ noch geplant, die notwendige Kapazitätssteigerung in einer Stufe abzudecken. Dies hätte einen kompletten Neubau an einem neuen Standort bedeutet. In diesem Zuge wurde als eine von vier Varianten auch der bestehende Standort am Batheyweg geprüft, da diese Anlage aufgrund ihres Betriebsalters ohnehin Erneuerungsbedarf aufweist und modernisiert werden muss.

„Im Frühjahr hat sich dann für uns eine neue Option ergeben, die uns wiederum ein anderes Vorgehen ermöglicht“, erklärt Dr. Bernd Ramthun, DONETZ-Geschäftsführer. „Die Stadtverwaltung hat uns ein Grundstück auf der nordwestlichen Seite der Bahnbrücke in Aussicht gestellt. Durch diese Grundstücksoption in direkter Nachbarschaft der bestehenden Umspannanlage ist für uns eine Lösung im Umfeld der bestehenden Anlage am Batheyweg möglich geworden.“

War dies bisher keine Option, da nicht ausreichend Platz für einen zweiten Trafo vorhanden ist, so hat sich dies nun geändert. „Auf dem städtischen Grundstück wäre ausreichend Platz, jedoch steht dieses aufgrund des geplanten Neubaus der DB-Brücke erst später zur Verfügung“, so Ramthun. „Daher schlagen wir vor, die erste Stufe der Kapazitätssteigerung bis 2030 über die Erneuerung der bestehenden Schaltanlage, den Einsatz einer intelligenten Netzsteuerung und den Aufbau eines Innovationsareals im Versorgungsnetz der bestehenden Umspannanlage zu realisieren“, so Dr. Ramthun. „Den zweiten Trafo werden wir zu einem späteren Zeitpunkt installieren, um so die notwendige weitere Kapazitätssteigerung ab 2030 abzudecken.“

Konkret bedeutet dies: In der ersten Stufe wird DONETZ die bestehende Anlage am Batheyweg modernisieren und ein neues Schaltfeld installieren, das eine intelligente Netzsteuerung für Kirchhörde ermöglicht. Dabei würde die Modernisierung im Bestand erfolgen. In einem zweiten Schritt soll dann nach dem Neubau der Bahnbrücke an der Hagener Straße durch die Deutsche Bahn ein zweiter Trafo auf dem städtischen Grundstück installiert werden, um den steigenden Strombedarf ab 2030 abzudecken. „Bei den Überlegungen zum zweiten Trafo auf dem städtischen Grundstück befinden wir uns noch in den ersten Überlegungen: konkrete Planungen zur baulichen Umsetzung gibt es noch nicht“, erklärt Dr. Ramthun.

Aufgrund des geänderten Vorgehens und der Verfügbarkeit eines zusätzlichen Grundstücks in direkter Nachbarschaft der bestehenden Umspannanlage wird DONETZ den Standort an der Gotthelfstraße damit nicht weiter betrachten.

„Eine für die Stadt gute Lösung. Hier zeigt sich, dass notwendige Energieversorgungsmaßnahmen, die auch dem Klimaschutz und der Verkehrswende dienen, in eine bestehende Stadtstruktur integriert werden können“, so Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund.

DONETZ und die Stadtverwaltung haben bereits politische Vertreter*innen aus dem AKUSW über das weitere Vorgehen informiert. Nach der politischen Sommerpause wird DONETZ die neuen Pläne auch in den offiziellen Gremiensitzungen u.a. in der Sitzung des AKUSW oder in der Bezirksvertretung Hombruch präsentieren. Darüber hinaus soll insbesondere auch der direkte Dialog mit den Bürger*innen im Dortmunder Süden geführt werden.  Hintergrundinformationen finden Sie nachfolgend.

 

Umspannanlage in Kirchhörde / Hombruch

Rund 40.000 Bürger*innen im Stadtbezirk Dortmund-Hombruch werden derzeit von der bestehenden Umspannanlage am Batheyweg zuverlässig mit Strom versorgt. Diese Anlage hat aufgrund ihres Alters jedoch erheblichen Erneuerungsbedarf. Um eine langfristige und zukunftssichere Versorgung der Bürger*innen mit Strom zu gewährleisten, muss die Leistung der bestehenden Anlage daher dringend erhöht werden. Aus diesem Grund sucht die Dortmunder Netz GmbH (DONETZ) derzeit nach geeigneten Lösungen, um das Netz im Stadtbezirk Hombruch fit für die Energiewende zu machen.

Warum muss die bestehenden Leistung erhöht werden?

Rund 40.000 Bürger*innen im Stadtbezirk Hombruch werden aktuell über die bestehende Umspannanlage am Batheyweg versorgt. Diese wird jedoch den zukünftig erwarteten, steigenden Stromverbrauch nicht abdecken können. Dass der Stromverbrauch in Zukunft steigen und nicht sinken wird, belegen verschiedene Studien. Eine davon ist die dena-Leitstudie „Integrierte Energiewende“ der Bundesregierung. Diese Studie kommt zu dem Fazit, dass der Bedarf an gesicherter elektrischer Leistung bis zum Jahr 2050 um 90 % gegenüber dem Jahr 2015 steigen wird. Diese Entwicklung ist dabei auf die zunehmende Elektrifizierung der Sektoren Gebäude und Verkehr zurückzuführen. Auch das Fraunhofer-Institut prognostiziert, dass sich der Stromverbrauch in Deutschland bei Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 verdoppeln bis verdreifachen wird.

Warum wird ein steigender Strombedarf erwartet?

Die zukünftige Steigerung des Strombedarfs ist wesentlich auf das zu erwartende Nutzerverhalten zurückzuführen. Zwar werden elektrische Geräte stets effizienter, jedoch steigt die bloße Anzahl an technischen Geräten in Haushalten: Exemplarisch kann man hier den zu erwartenden Einsatz von Wärmepumpen bei der Modernisierung von bestehenden Heizungsanlagen oder das Laden von Elektrofahrzeugen nennen. Neben anderen Bausteinen handelt es sich hierbei um wichtige Elemente zur Umsetzung der Energie- und Verkehrswende, die wir in Dortmund aktiv vorantreiben möchten. Nur mit einer entsprechenden Leistungsbereitstellung modernster Energienetze können wir die gesetzten Ziele ohne Komfortverluste für die Bürger*innen erreichen.

Welche Lösungen betrachtet DONETZ?

Derzeit befinden sich verschiedene Möglichkeiten und Standorte in der Prüfung. Alle möglichen Standorte werden transparent auf Grundlage zuvor festgelegter und gewichteter Kriterien bewertet. Dabei spielen neben technischen Gegebenheiten auch gesellschaftliche Interessen und der Umweltschutz eine Rolle.

Ist die Planung abgeschlossen?

Nein, wir befinden uns nach wie vor im Prüfverfahren und die Planungen sind noch nicht abgeschlossen. Dementsprechend wurden auch noch keine weiteren offiziellen Schritte in die Wege geleitet.

Wie sieht das weitere Vorgehen aus?

Über das Vorgehen und die möglichen Standorte haben wir die Verwaltung der Stadt Dortmund sowie die politischen Gremien Anfang 2021 informiert. Mit der Verwaltung der Stadt Dortmund und politischen Vertreter*innen wurde festgelegt, die transparente Bewertung aller in Frage kommenden Standorte und Lösungen gemeinsam zu diskutieren. Dazu müssen zunächst alle potenziellen Lösungen bewertet werden. Dieser Prozess dauert aktuell noch an. Wir werden die Ergebnisse unserer Prüfungen in den politischen Gremien vorstellen und auch allen Interessierten zugänglich machen. Derzeit gehen wir davon aus, die Ergebnisse im Juni 2021 präsentieren zu können.

Werden mit den derzeit stattfinden Tiefbauarbeiten zwischen der Umspannanlage am Batheyweg und dem DSW21-Betriebshof in Brünninghausen schon Fakten geschaffen?

Nein, die derzeitige Baumaßnahme erfolgt unabhängig von der Suche nach einem Standort für eine neue Umspannanlage im Stadtbezirk Hombruch und es werden dadurch keinesfalls Fakten geschaffen. Der Neubau einer Umspannanlage oder auch die Erweiterung einer bestehenden Anlage bedarf eines mehrjährigen Planungs- und Umsetzungszeitraums. Da die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) jedoch für die erste Ausbaustufe ihrer Elektroflotte schon in diesem Jahr mehr Leistung benötigen, verlegen wir aktuell eine neue 10kV-Leitung von der bestehenden Umspannanlage am Batheyweg zum DSW21-Betriebshof Brünninghausen.

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