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Gas aus Russland

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Die aktuelle Situation in der Ukraine bestürzt uns nach wie vor. Nach wie vor sind die Auswirkungen weder geopolitisch noch energiepolitisch und -wirtschaftlich absehbar. Allerdings gibt es jetzt schon Auswirkungen auf unsere Energieversorgung. Wir haben Ihnen hier einmal die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt. (Stand 31.03.2022; 9.00 Uhr)

Ist die Energieversorgung in Deutschland und Dortmund gefährdet?

Nein, aktuell muss sich niemand Gedanken um seine Erdgasversorgung machen. Die Versorgung für die kommenden Monate ist gesichert.

Allerdings ist nicht auszuschließen, dass es zu Unterbrechungen der Gaslieferungen aus Russland kommen wird.

Wichtig: Sollte dieser Fall eintreten, wird es für Haushaltskunden in den nächsten Monaten aller Wahrscheinlichkeit nach dennoch nicht zu Beeinträchtigungen kommen. Ihre Versorgung ist besonders geschützt.

Die Bundesregierung hat mit verschiedenen Maßnahmen gegengesteuert – zum Beispiel mit Vereinbarungen über erhöhte Liefermengen von LNG-Flüssiggas aus den USA oder Katar.

Was passiert im Falle eines Versorgungsengpasses?

Für den Fall einer Gasmangellage gibt es in Europa entsprechende Schutzmechanismen, durch die Haushaltkund*innen und verschiedene Einrichtungen durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt sind. Im Fall der Fälle würden vertraglich geregelte Abschaltvereinbarungen mit der Industrie oder der Wechsel auf andere Energieträger die Nachfrage nach Erdgas drosseln.

Wie ist der Füllstand der deutschen Speicher?

Die deutschen Gasspeicher sind zum Winterende zu mehr als 25 Prozent gefüllt und damit auf einem vergleichbaren Füllstand wie in den Vorjahren (Stand 31.03.2022). Tagesaktuelle Daten zu den Gasspeicherfüllständen in Europa finden Sie hier: https://agsi.gie.eu/#/

Wie groß ist die Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Russland?

Russland liefert mehr als 50 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases. Es ist aber nicht die einzige Quelle. Wir beziehen Erdgas aber auch aus anderen Ländern wie den Niederlanden oder Norwegen. Sollten Lieferungen aus Russland kurzfristig ausfallen, ist das jedoch eine große Herausforderung.

Wie viel Erdgas aus Russland könnte kurzfristig ersetzt werden?

Experten gehen derzeit davon aus, dass sich rund die Hälfte der russischen Erdgasimporte innerhalb eines Jahres ersetzen oder substituieren lassen. Das entspricht etwa 20% des Jahresgasbedarfs in Deutschland.

Was bedeutet die ausgerufene Frühwarnstufe aus dem Notfallplan Gas?

Die Frühwarnstufe ist die erste von drei Eskalationsstufen im „Notfallplan Gas“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Der „Notfallplan Gas“ beschreibt Vorgehen und Maßnahmen im Fall einer möglichen Knappheit von Erdgas. Ziel ist es, eine sichere Versorgung aufrechtzuerhalten.

Die Frühwarnstufe wurde durch den Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck am 30. März 2022 ausgerufen.

Die Frühwarnstufe ist ein präventives Instrument und bedeutet zunächst lediglich, dass die Situation besonders engmaschig überprüft und analysiert wird sowie weitere Vorbereitungen getroffen werden. Eingriffe in die Versorgung sind hier nicht vorgesehen.

Was passiert bei Gasknappheit?

Sollte sich eine weitere Verschlechterung der Versorgungslage abzeichnen, tritt zunächst die zweite Eskalationsstufe im „Notfallplan Gas“, die sog. Alarmstufe, in Kraft. Auch hier sind zunächst keine staatlichen Eingriffe vorgesehen. Es kann zu Einschränkung von Großverbrauchern kommen, die in speziellen Verträgen einer möglichen Unterbrechung der Versorgung zugestimmt haben.

Sollte Erdgas in der weiteren Folge aufgrund einer Lieferunterbrechung aus Russland tatsächlich knapp werden, wird die Bundesnetzagentur eine sogenannte „Gasmangellage“ feststellen. Erst dann wird die dritte Eskalationsstufe, die Notfallstufe, ausgerufen.

Die Bundesnetzagentur übernimmt dann eine steuernde Rolle und weist Netzbetreiber an, den Gasverbrauch in ihrem Netz zu reduzieren.

Wichtig: Auch in diesem Fall sind Haushaltskunden besonders geschützt – ebenso wie zum Beispiel soziale Einrichtungen. Deren Wärmeversorgung hat Priorität.

Die Bundesnetzagentur kann dann aber die Netzbetreiber anweisen, in einem nächsten Schritt Großverbraucher wie Industriekunden aufzufordern, ihren Gasverbrauch umgehend zu drosseln und soweit möglich auf andere Energieträger zurückzugreifen. In einer weiteren Eskalation kann es auf Anweisung der Bundesnetzagentur sogar notwendig werden, die Versorgung einzelner Großkunden mit Erdgas einzustellen.

Was kann ich persönlich tun?

Jede*r kann seinen Teil dazu beitragen, die Versorgungslage mit zu stabilisieren. Auch viele kleine Beiträge, wie der Umstieg vom Auto auf den ÖPNV oder das Fahrrad oder auch das Herunterdrehen der Heizung oder die sparsame Nutzung von Warmwasser, können zusammen eine große Wirkung erzielen, um signifikant Energie einzusparen.

Beispiel: Die Raumtemperatur um ein Grad Celsius zu senken, spart bereits rund sechs Prozent Heizenergie ein.

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